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Empfehlungen für Rehabilitationsdienste für Menschen mit MS in Europa

Am 18. Dezember 2003 fasste das Europäischen Parlament einen Beschluss über die Rechte von Menschen mit multipler Sklerose, eine wichtige Errungenschaft für die 400.000 an MS leidenden Menschen in europäischen Ländern. Zu den strategischen Punkten des Beschlusses gehört die Forderung nach einem European Code of Good Practice (europäische Richtlinie für gute Praxis), der von den verschiedenen Mitgliedsstaaten angenommen werden soll.

Die Empfehlungen für Rehabilitationsdienste für Menschen mit MS in Europa, eine Initiative der European Multiple Sclerosis Platform (EMSP, europäische Multiple-Sklerose-Plattform), mit der Unterstützung von Rehabilitation in Multiple Sclerosis (RIMS, Rehabilitation bei multipler Sklerose), sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel einer europaweiten guten Praxis.

Die Empfehlungen sind das Endergebnis eines intensiven Prozesses, der im Jahr 2003 von EMSP mit Beteiligung ihrer Mitglieder, der 29 MS- Gesellschaften, ins Leben gerufen wurde, und der Unterstützung und Beiträge der einzelnen RIMS- Mitglieder.

Der erste Schritt zur Festlegung der Empfehlungen für Rehabilitationsdienste bestand darin, die aktuelle Verfügbarkeit von Rehabilitationsdiensten in ganz Europa zu bewerten. Die nationalen MS- Gesellschaften in 15 Mitgliedsstaaten der EU, zehn Ländern, die im Mai 2004 der EU beitragen, und acht Nicht-EU-Ländern nahmen an der Studie teil.

Die Studie umfasste Fragen zu verschiedenen Aspekten der Gesundheitsorganisation, speziell in Bezug auf Rehabilitation, unter anderem zu den Strukturen des Gesundheitssystems, der besonderen Gesetzgebung für Menschen mit Behinderungen, zur Zugänglichkeit von Informationen zu MS innerhalb der Strukturen des Gesundheitssystems und zu verschiedenen Rehabilitationsdiensten.

Im Herbst 2003 verfasste ein Ausschuss von 18 Fachleuten und Experten aus west- und osteuropäischen Staaten, einschließlich einzelner RIMS-Mitglieder, einen Entwurf. Dieser Entwurf wurde dann bei einem internationalen Seminar, an dem Fachleute und Funktionäre, die Rehabilitationszentren und MS-Gesellschaften aus 23 europäischen Ländern vertraten, teilnahmen, diskutiert, bevor eine Endversion verfasst wurde.

Die EMSP übernimmt die große Verantwortung der Verbreitung der Empfehlungen an alle ihre Mitgliedsgesellschaften, die wiederum den Bericht den Menschen mit MS und den Fachleuten zugänglich machen werden. Besonders wichtig ist auch, dass die Empfehlungen speziell an Entscheidungsträger gerichtet werden, die die Möglichkeit und die Pflicht haben, die Bedürfnisse und Wünsche aller Bürger, die mit MS leben, zu erfüllen.

EMSP beabsichtigt, dass dieser Bericht auf nationaler und europäischer Ebene als Instrument zur lobbyistischen Einflussnahme verwendet wird. Die Empfehlungen definieren Standards für Rehabilitationsdienste, zu deren Nutzung Menschen mit MS unabhängig von ihrer Nationalität das Recht haben.
Die Empfehlungen wurden von der EMSP während der Informationsstunde zu MS im Europäischen Parlament am 20. Oktober 2004 vorgestellt.
Für eine Kopie der Empfehlungen wenden Sie sich bitte an Christoph Thalheim unter ms-in- europe@pandora.be