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Antworten auf Ihre Fragen

Leser von MS in focus stellen Fragen an die Herausgeberin Michele Messmer Uccelli

Mein Neurologe hat vorgeschlagen, mich für ein Übungsprogramm bewerten zu lassen, dass man zu Hause durchführen kann. Wäre ein intensiveres stationäres Rehabilitationsprogramm nicht effektiver?
Studien haben gezeigt, dass sowohl stationäre als auch ambulante Formen der Rehabilitation Vorteile haben. Am wichtigsten dabei ist, dass die Häufigkeit, Intensität und Einstellung des Rehabilitationsprogramms auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnitten sein müssen. Eine umfassende Bewertung vor dem Beginn jedes Rehabilitationsprogramms trägt dazu bei, zu ermitteln, was für Sie am geeignetsten ist.

Wenn Menschen mit MS an extremer Erschöpfung leiden, warum kann dann Sport hilfreich sein? Würde dies nicht die Erschöpfung verstärken?
Sport kann die Kraft, die Ausdauer und die Leistung des Herz-Kreislauf-Systems verbessern und ein gesundes Gewicht aufrechterhalten. Wenn unter Einhaltung bestimmter grundlegender Regeln trainiert wird, können diese Vorteile erreicht werden und gleichzeitig die negativen Auswirkungen der für MS typischen Fatigue vermieden werden. Es ist immer wichtig und hilfreich, einen Physiotherapeuten zu konsultieren, um zu lernen, welche Arten von Sport für die eigenen Fähigkeiten und das eigene Funktionsniveau angemessen sind. Das Training ansehrwarmenOrtenzuvermeiden, Pauseneinzuhalten und vor,währendundnachdemSportausreichendzu trinken, sind Strategien, die hilfreich sein können, um die Fatigue beim Sport zu kontrollieren.

Ich kann ohne Hilfe kurze Strecken gehen, werde aber immer unsicherer, wenn ich längere Zeit gehen muss. In diesem Fall halte ich mich an meiner Begleitung fest, um mich zu stützen. Mein Neurologe möchte mich zu einer Bewertung meines Gehvermögens an einen Beschäftigungstherapeuten überweisen. Ich habe Angst, dass der Therapeut mir sagen wird, dass ich einen Stock benötige oder Schlimmeres. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es besser wäre, wenn ich so lange wie möglich ohne Hilfsmittel weitermachen würde. Ich fürchte, der Rollstuhl ist nicht mehr weit, wenn man einmal angefangen hat, einen Stock zu benützen. Außerdem ist ein Stock etwas für ältere Leute und ich bin erst 35. Soll ich meinen Standpunkt weiter behaupten oder nachgeben?
A. Vielen Menschen mit MS geht es so wie Ihnen. Sie haben das Gefühl, technische Hilfsmittel anzunehmen sei eine Form des „Nachgebens“ gegenüber der Erkrankung. Es ist dabei nicht hilfreich, dass unsere Gesellschaft Gesundheit und Fitness hoch schätzt und dass technische Hilfsmittel wie Stöcke, Stützen und Rollstühle oft als „Symbole“ der Behinderung angesehen werden. Technische Hilfsmittel sind Instrumente, um die Unabhängigkeit zu wahren, die es einer Person mit MS ermöglichen können, die Schwierigkeiten des Alltags zu bewältigen und mit den Symptomen von MS wie Fatigue besser zurechtzukommen. Kurz gesagt, technische Hilfsmittel können Ihnen dabei helfen, leichter an all den Aktivitäten teilzunehmen, an denen Sie Freude haben und die Ihr Leben ausmachen.