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Die Möglichkeiten tiergestützter Therapie

Von Chiara Provasi, MA, Projektkoordination, Bereich soziale Gesundheit und Forschung, Associazione Italiana Sclerosi Multipla, Genua, Italien

Viele Menschen schreiben Tieren eine große Heilkraft zu und sagen ihnen gar menschliche Fähigkeiten zu wie jene, die Gefühle ihrer Besitzer wahrzunehmen und entsprechend zu reagieren. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Studien durchgeführt, die den therapeutischen Wert von Tier-Mensch-Kontakten untersuchen sollten.

„Ich habe gemerkt, dass meine Haustiere meine größter Halt sind bei dem Auf und Ab der MS. Selbst bei schlimmer Erschöpfung, wenn ich niemanden hören noch sehen kann (nicht einmal im Fernsehen), rollt sich mein weiblicher Liebling auf meiner Brust ein und hält ein Nickerchen mit mir.“

Unter dem Begriff „tiergestützte Therapie“ werden Anwendungen zusammengefasst, in denen die Tier- Mensch-Beziehung für medizinische (körperliche) und psychologische (gefühlsbezogene) Zwecke genutzt wird. Tiergestützte Therapie wird an den verschiedensten Patientengruppen angewandt wie Personen mit Lernschwierigkeiten, psychomotorischen Störungen und Konzentrationsstörungen, Langdon-Downscher Krankheit, Autismus, psychiatrischen Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen, chronischer Erkrankung sowie bei älteren Menschen.

„Mein Neurologe hat mir der Ausgeglichenheit und Mobilität etc. wegen sehr zur Anschaffung meiner Hunde geraten. Im letzten Jahr gab es Tage, bei denen ich nicht weiß, ob ich aus dem Bett gekommen wäre, wenn da nicht die Hunde gewesen wären, um die ich mich kümmern musste. Sie lecken mein Gesicht, wenn ich weine, sie bringen mich zum Lachen und ertragen mich, wenn ich übel gestimmt bin!“

In einigen Studien berichten Haustierbesitzer von einer schwächeren Angstsymptomatik, einem höheren Selbstwertgefühl, deutlich weniger gesundheitlichen Problemen und einer seelischen Entlastung im Vergleich zu Personen ohne Haustiere. Es konnte auch gezeigt werden, dass die positive Wirkung der Tier-Mensch- Beziehung auch dann stattfindet, wenn das betreffende Tier nicht direkt der Person gehört. So kann die bloße Anwesenheit eines lieben Tiers gut tun. „Besuchstiere“ oder „Therapietiere“ helfen Menschen in verschiedenen Therapieprogrammen durch einen besuchsweisen Kontakt. Besonders für MS-Erkrankte, die aufgrund von Gleichgewichtsstörungen, eingeschränkter Beweglichkeit und Koordination, Erschöpfung und anderer MS- bezogener Symptome nur schwer die Verantwortung für ein eigenes Tier übernehmen können, ist diese Form des Tierkontakts eine interessante Alternative.

Mehr noch, einer Studie zufolge werden an Hunden teilweise dieselben positiven physiologischen Reaktionen wie bei den Menschen beobachtet.

Vertiefende Informationen auf Englisch über tiergestützte Therapie finden Sie unter http://www.dog-play.com, http://www.deltasociety.org