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Antworten auf Ihre Fragen

Frage: Jemand in meiner Verwandtschaft hat einen Artikel über die Kousmine-Diät gelesen und gemeint, ich könnte das doch einmal versuchen, da es MS heilen soll. Nun wird es die MS sicher nicht gleich heilen, sonst würden wir damit schon längst alle therapiert! Aber lindert sie MS-Symptomatik? Matt

Antwort: Die Diät wurde von einer Schweizer Ärztin auf Grundlage der Annahme entwickelt, dass MS eine Folge falscher Ernährung ist (was allerdings nie belegt werden konnte). Sie umfasst eine dreitägige Einleitungsphase, während derer die Person praktisch nichts zu sich nehmen darf. Merkmal der Diät ist eine fleischlose, fett- und zuckerarme Ernährung und Nahrungsergänzung durch verschiedene Vitamine. Für die Wirksamkeit der Kousmine-Diät gibt es keine Belege, obwohl eine fettarme Ernährung für jedermann gesund ist und empfohlen wird.

 

Frage: Vor kurzem hat man mir MS diagnostiziert, aber ich war in den letzten 10 Jahren ein leidenschaftlicher Jogger. Meine Familie würde gerne sehen, wenn ich eine neue Form des Trainings für mich finden würde. Ich fühle mich aber gut und würde das Joggen nur ungern aufgeben. Macht Joggen die MS schlimmer? Giò

Antwort: Es gibt keine Belege dafür, dass eine bestimmte Form des Trainings zu einer Verschlimmerung der Krankheit führt, obwohl jede Übung, die dem Körper so viel abverlangt, dass sich die Körpertemperatur erhöht, bei dem einen oder anderen zu einer Verschlechterung der Symptome führen kann, die gewöhnlich jedoch wieder abklingen (vgl. Gymnastik in dieser Ausgabe von MS in Focus). Manche Jogger mit MS kommen gut mit einer Kühlweste zurecht, die sie beim Laufen tragen, obwohl dies nicht die einzige Strategie ist. Wichtiger ist, dass Sie so kurz nach der Diagnosestellung Beschäftigungen nachgehen, die Ihnen Freude machen und Befriedigung verschaffen. Lassen Sie sich nicht auf eine Veränderung Ihres Lebensstils ein, wenn die womöglich gar nicht nötig ist. Für alle MS-Erkrankte ist wichtig, dass sie auf ihren Körper hören und die Aktivitäten entsprechend anpassen; dies gilt insbesondere für jene, die an Erschöpfungszuständen leiden.

 

Frage: Ich nehme wegen meiner MS schon seit langer Zeit Steroide. Vor kurzem habe ich gelesen, dass die Einnahme von Steroiden ein Osteoporoserisiko birgt. Stimmt das, und wenn ja, wie bekomme ich heraus, ob bei mir ein Risiko besteht? Jamey

Antwort: MS-Erkrankte scheinen einem erhöhten Risiko zu unterliegen, an Osteoporose zu erkranken, was etwa so viel wie Knochenschwund heißt. Knochenschwund ist dadurch gefährlich, dass die Knochen brüchiger werden, was ein erhöhtes Frakturrisiko bedeutet. Dauerhafte Steroideinnahme ist nur ein Risikofaktor. Andere Risikofaktoren sind u. a. eingeschränkte körperliche Aktivität und Vitamin-D-Mangel durch schlechte Ernährung und Mangel an Sonnenlicht. Auch genetische Faktoren spielen bei Osteoporoseneigung eine Rolle. Zur Ermittlung der Knochendichte sollten sich MS- Erkrankte als Präventivmaßnahme regelmäßig einer so genannten Röntgenstrahl-Absorptiometrie, in der Alltagssprache auch Knochendichtemessung, unterziehen.