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Antworten auf Ihre Fragen

Leserinnen und Leser von MS in focus stellen Fragen an die Herausgeberin, Michele Messmer Uccelli

Mein Partner und ich denken daran, eine Familie zu gründen, ich leide jedoch an MS und habe Angst, die Krankheit an unsere Kinder weiterzugeben. Was sollten wir beachten?
Die Möglichkeit, dass das Kind einer Person mit MS ebenfalls erkrankt, wird auf rund 3-5 Prozent geschätzt, in Abhängigkeit vom Geschlecht des Elternteil und des Kindes. Bitte lesen Sie den Artikel „Gene, MS und Familien” auf den Seiten 13-15, in dem die Risikofaktoren ausführlich diskutiert werden.
Weitere wichtige Punkte, die beim Planen einer Schwangerschaft zu berücksichtigen sind, sind zum Beispiel die möglichen Folgen beim Absetzen von Medikamenten (wie zum Beispiel einer erkrankungsmodifizierenden Behandlung) während der Schwangerschaft und/oder Stillzeit, das erhöhte Risiko eines Rückfalls innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt, die Vorbereitung auf eine mögliche Verschlimmerung einiger Symptome wie Blasen- und Darmprobleme während der Schwangerschaft, und die Organisation zusätzlicher Hilfe zu Hause, falls nötig. Für weitere Ratschläge lesen Sie bitte auch MS in focus, Ausgabe 3 über Familien, Seite 17.

Was ist das Humangenomprojekt, und wie unterstützt es die MS-Forschung?
A. Das Humangenomprojekt ist ein internationaler Versuch, der im Oktober 1990 gestartet wurde. Hauptziel des Projekts war die Entschlüsselung aller Gene in der menschlichen DNA und die Bestimmung der Sequenzen der drei Milliarden chemischen Basenpaare, aus denen die menschliche DANN
besteht. Deutlich gesagt sollte der Zweck, mehr über die Auswirkungen von Unterschieden bei der DNA von Menschen dazu führen, neue Wege zur Diagnose, Behandlung und hoffentlich eines Tages zur Prävention vieler Erkrankungen und Funktionsstörungen zu finden. Mehr Informationen dazu finden sich auf einer Reihe von Webseiten, die das Projekt beschreiben, indem man „Humangenomprojekt” in eine Internet-Suchmaschine eingibt.

Ich leide an chronischem Gelenkrheumatismus und MS. Mein Arzt sagte mir, dass beides Immunerkrankungen sind. Haben sie genetisch etwas gemeinsam? Kommt es bei Menschen mit MS oft vor, dass sie auch andere Immunerkrankungen haben?
Autoimmunerkrankungen umfassen ungefähr 50 verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen. Auch wenn jede Erkrankung anders ist, zeichnen sich alle durch eine Fehlfunktion des Immunsystems aus. Eine Person mit einer Autoimmunerkrankung ist anfälliger für eine weitere. Auch in Familien, in denen ein Mitglied an einer Autoimmunerkrankung leidet, ist es wahrscheinlicher, dass auch bei anderen Mitglieder eine andere Autoimmunerkrankung festgestellt wird. Eine Person mit MS kann also zum Beispiel ein Familienmitglied mit chronischem Gelenkrheumatismus haben, und ein weiteres mit Diabetes Mellitus. Die in dieser Ausgabe von MS in focus besprochenen genetischen Studien zu MS beschäftigen sich auch mit dem Vorhandensein weiterer Autoimmunerkrankungen in den teilnehmenden Familien, in der Hoffnung, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie und warum diese auftreten.