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MS-Gesellschaft Indien reicht der Gemeinschaft die Hand

Von Sheela Chitnis, MA, CEO & Nationale Koordinatorin, MS-Gesellschaft Indien

Grundgedanke

Die MS-Gesellschaft Indien (MSSI) organisiert kostenfreie, eintätige Medizincamps für Menschen mit MS. Damit können auch Personen mit MS aus ärmeren Schichten zusammen mit ihren Familien Spezialisten in einem einfühlsamen und offenen Rahmen aufsuchen.

Ziele

  • Umfassende Untersuchungen durch Neurologen und andere Spezialisten für wirtschaftlich Unterprivilegierte bzw. Menschen aus abgelegenen Regionen, die ansonsten keinen Zugang zu medizinischer Beratung haben.
  • MS-SpezialistenbeantwortenFragender Familienmitglieder – dies ist in den stark frequentieren und überfüllten Kliniken nur selten möglich. Die Fragen werden vor dem Camp eingereicht und an Mediziner weitergeleitet, um Wiederholungen zu vermeiden.
  • l Stressvermeidung für Menschen mit MS und Mobilitätsproblemen, die ansonsten Spezialisten an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeiten aufsuchen müssten (und die normalerweise für sie nicht zugänglich sind).
  • Ausstellung von Invalidenausweisen durch die Regierung, mit denen die Menschen mit MS spezielle Vergünstigungen, einschließlich Einkommenssteuererlasse, Reisegenehmigungen usw. erhalten.

Hintergrund

In Indien gibt es weder finanzielle Unterstützung der Regierung noch eine staatliche Versicherung für Menschen, die an Multipler Sklerose leiden. Medizinische Beratungs- und Behandlungskosten sind für viele unerschwinglich. Nicht selten ertragen ärmere Menschen mit MS ihre MS- Schübe im Stillen, wodurch ihre Behinderungen weiter zunehmen. All jene, die Krankenhäuser besuchen, müssen mit langen Wartezeiten rechnen, die Erschöpfungszustände und andere MS-Symptome weiter verschlimmern
können.

Je nach den Symptomen müssen Menschen mit MS eine Vielzahl von Spezialisten aufsuchen, darunter: Augenärzte, Urologen, Neuropsychiater, Allgemeinmediziner, Physiotherapeuten, Berufstherapeuten und Krankenschwestern. Außerdem haben ihre Familien zumeist viele Fragen an die Experten. Die MSSI erkannte den Bedarf nach einem kostenfreien Medizincamp, in dem Untersuchungen, Behandlungen, Medikamente, Invalidenausweise und Antworten bereitgestellt werden, um die Lebensqualität der von MS Betroffenen zu erhöhen.

Die MSSI erhält regelmäßig Förderung und Spenden von pharmazeutischen Unternehmen.

Marketing des Programms

Broschüren und Flugblätter wurden gedruckt und an alle registrierten Personen mit MS verteilt. In den örtlichen Zeitungen sowie in lokalen Radiostationen wurde Werbung platziert. Außerdem hat die MSSI Broschüren in Krankenhäusern, Apotheken, Bahnhöfen usw. verteilt und somit auch die Öffentlichkeit auf das Problem der Multiplen Sklerose aufmerksam gemacht.

Programmstruktur

Vor dem Camp registriert die MSSI alle Teilnehmer mit MS und nimmt deren gesamte medizinische Vorgeschichte auf. Die MSSI aktualisiert all diese Akten mit Folgeberichten von Physiotherapeuten, Berufstherapeuten und Spezialisten sowie den Rezeptangaben.

Ein Camp dauert ca. fünf bis sechs Stunden. Jedem Arzt werden getrennte Kabinen mit der erforderlichen Ausrüstung und Betten zugeteilt. Außerdem erhält er eine Patientenliste und es steht kostenfreie Medizin bereit. Die MSSI stellt dem gesamten medizinischen Personal und den Teilnehmern Freiwillige zur Seite.

Die Kabinen der Physiotherapie und Berufstherapie werden immer am häufigsten frequentiert. Viele der Anwesenden lernen von den Therapeuten Übungen einfach durch Zusehen. Diese Therapeuten arbeiten mit jüngeren Kollegen zusammen, die von der MSSI angestellt sind und die Teilnehmer regelmäßig zu Hause besuchen.

Ein großer Bereich steht einem Ärzteteam der Regierung zur Verfügung, das die medizinischen Unterlagen der Menschen mit MS überprüft und die dringend benötigten Invalidenausweise ausstellt. Damit können die Inhaber bestimmte Vorteile der Regierung nutzen, die Körperbehinderten angeboten werden.

In einem Ruhebereich können die Teilnehmer andere Menschen mit MS treffen. Für Teilnehmer mit Mobilitätsschwierigkeiten stehen Rollstühle und Gehhilfen zur Verfügung.

Ergebnis/Resultate

Das erste kostenfreie Medizincamp fand 1998 in Mumbai (ehemals Bombay) statt. Seit damals ist es zu einer regelmäßigen Veranstaltung und zum beliebtesten MSSI- Projekt in Mumbai geworden. Heute nehmen an der Veranstaltung fast 200 Menschen teil und werden von 25 leitenden Ärzten und ihren Assistenten behandelt bzw. beraten. Das Camp wird auch in anderen Niederlassungen der MSSI durchgeführt.

 

Im Rahmen eines “Erweiterungsprogramms” des Camps wurden einstündig Physio-/Berufstherapiebesuche eingeführt, bei denen 60-70 Teilnehmer mit MS aus der Umgebung von Mumbai drei Mal wöchentlich zu Hause behandelt werden. Für viele sind diese Besuche kostenfrei, andere erhalten hohe Zuschüsse.

Projektkosten

  • Broschüren, Flugblätter, Werbung in Zeitungen und örtlichen Radiostationen
  • Veranstaltungsplatz mit besonderen Kabinen und sonstiger Ausrüstung
  • Transport für Menschen mit MS
  • Lebensmittel und Getränke für alle Anwesenden (150 bis 200)
  • Fotografie
  • Erinnerungen für Freiwillige
  • Büromaterialien

Grenzen

  • Einige Ärzte können auf Grund von Notfällen nicht am Camp teilnehmen oder müssen es zeitig verlassen.
  • Die Teilnahme einer unerwartet hohen Anzahl von Familien führt zu übermäßigem Andrang und zur Verschiebung der vereinbarten Termine.
  • Wenn Menschen von ihrem regulären Neurologen zu einem anderen kommen, kann dies zu unangenehmen Situationen führen.

Vorschläge

  • Erhalt von Sponsoring,dieSponsorenhabendie Möglichkeit, ihre gesamten Materialien bei der Veranstaltung zu zeigen.
  • Werbung durch die Medien.
  • Möglichst kostenfreie Teilnahme vieler Neurologen und Mediziner.
  • Organisation einer großen Anzahl an Freiwilligen – ihre Unterstützung ist besonders wichtig.
  • Sicherung, dass die Veranstaltungsorte leicht zugänglich sind – gute Transportmöglichkeiten und viel Parkplätze.

Weitere Informationen erhalten Sie von MSSI: msindia1@vsnl.com