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Projekte und Programme der MS-Gesellschaft

Eine Partnerschaft für die berufliche Rehabilitation

Die MS Gesellschaft Russland (All-Russian MS Society RMSS) betrachtet die berufliche Rehabilitation als die einzige Rehabilitationsform, die eine Investitionskomponente aufweist. Eine behinderte Person, die in einem Beschäftigungsverhältnis steht, investiert in die persönliche Lebensqualität und trägt gleichzeitig zum Gemeinwohl bei.

Zwischen 2004 und 2008 hat die MS Gesellschaft Samara (eine Tochter der RMSS) entsprechende Seminare für Menschen mit MS durchgeführt und sie dabei zu Bildschirmarbeitern ausgebildet. Die Gesellschaft hob dabei hervor, dass innerhalb dieser Gruppe 93% den Wunsch nach Umschulung geäußert haben.

Im Idealfall muss eine berufliche Rehabilitation die gemeinsamen Bemühungen des medizinischen Fachpersonals, der beteiligten Psychologen, Anwälte, Reha-Berater, Beschäftigungstherapeuten, Physio und Ergotherapeuten mit einbeziehen. Für einen Menschen mit MS ist es aber nicht immer nur praktisch, eine feste Arbeitsstelle anzustreben. In Russland setzt die MS Gesellschaft Samara ein von der Regierung verwaltetes Arbeitsservice-Programm ein. Über dieses Programm beschäftigt die MS Gesellschaft Samara jedes Jahr zwischen 40 und 85 Menschen mit MS.

Das Programm sieht folgendermaßen aus: Der Arbeitsvermittler hat einen Vertrag mit dem Arbeitgeber (in diesem Fall die MS-Gesellschaft). Die Regierung übernimmt zum Teil die Lohnkosten für den Arbeitsplatz der Person mit Behinderung. Nach Beendigung des Vertrages kann die Person sich wieder beim Arbeitsvermittler einschreiben. Bis dahin hat sie allerdings unter Umständen schon entsprechende Fähigkeiten/Fertigkeiten erlangt, um sich auch auf dem entsprechenden Arbeitsmarkt bewerben zu kommen und benötigt die Unterstützung unter Umständen gar nicht mehr.

Gemeinnützige Organisationen wie die MSGesellschaften spielen eine wichtige Rolle in diesem Programm, da diese Aktivitäten ihrer Zielsetzung entsprechen, Menschen mit Behinderungen so lange wie möglich in einem Beschäftigungsverhältnis zu belassen. Darüber hinaus unterstützen diese Aktivitäten den Arbeitsvermittler aktiv dabei, Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft zu integrieren, und ermöglichen somit die Schaffung von Arbeitsplätzen und Bereitstellung entsprechender Dienstleistungen.

Im Rahmen dieses Programms hat die RMSS erfolgreich eine ganze Abteilung von Fachleuten ausgebildet. Diese Fachleute wurden dahingehend geschult, die Bereitstellung von immunmodulierenden Medikamenten und Sozialdiensten in den russischen Regionen zu überwachen. Die Abteilung beschäftigt aktuell 112 Menschen mit MS, die alle zwei Jahre weitergebildet werden und ein festes Gehalt erhalten.

Die Einrichtung eines erfolgreichen Arbeitszentrums

Die Fundación Esclerosis Múltiple (FEM) ist eine gemeinnützige Organisation, die 1989 in Barcelona in Spanien gegründet wurde. Am Anfang bestand das Hauptziel darin, Spenden für die wissenschaftliche Forschung zu sammeln und die Lebensqualität für Menschen mit MS zu verbessern, indem multidisziplinäre Rehabilitationszentren eingerichtet wurden.

1999 wurde der Stiftung bewusst, dass es für Menschen mit MS wegen des unvorhersehbaren Verlaufs der Erkrankung und der Zurückhaltung der Arbeitgeber, jemanden mit einer chronischen und behindernden Erkrankung zu beschäftigen, sehr schwierig ist, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden oder zu behalten. Aus diesem Grund wurde das erste speziell auf Menschen mit MS ausgerichtete Arbeitsvermittlungszentrum eingerichtet.

Wichtigstes Ziel dabei ist es, produktive Arbeit hervorzubringen, regelmäßig am Marktgeschehen teilzunehmen, sowie ein einträgliches Einkommen zu generieren und die Bereitstellung von persönlichen und gesellschaftlichen Anpassungen zu ermöglichen, die für Arbeitnehmer mit Behinderungen unabdingbar sind. Das Zentrum konzentriert sich dabei auf drei unterschiedliche Bereiche: Telemarketing, Sekretärinnen-Dienste und manuelle Arbeiten für 150 Kunden. Aktuell sind hier 80 behinderte Personen beschäftigt. Die Menschen mit MS, die im Zentrum arbeiten, beginnen zunächst damit, einfache Arbeiten auszuführen. Je weiter ihr persönliches Training voranschreitet, desto komplexer werden auch die Aufgaben, mit denen sie betreut werden. Unterdessen können sie, falls die Entwicklung der Erkrankung dies erfordert, auch andere Arbeiten ausführen.

Ein Team von Psychologen aus dem Zentrum hat ein Trainingsprogramm zusammengestellt, mit dem die Mitarbeiter entsprechend ihrer Kapazitäten geschult werden. Gleichzeitig werden ihnen das erforderliche Wissen und „Werkzeug“ vermittelt, mit dem sie auch in „normalen” Unternehmen einen adäquaten Arbeitsplatz finden können.

Die FEM existiert bereits seit 10 Jahren und ist mit ihren Erfolgen ausgesprochen zufrieden. Die Erfahrung, die sie auf dem Weg gemacht haben, war immer positiv, wenn auch nicht immer einfach. Heute dürfen sie mit Stolz behaupten, dass ihr Zentrum zu einem wichtigen Referenzpunkt auf dem Arbeitsmarkt geworden ist und viele körperlich und sensorisch eingeschränkte Personen Interesse bekunden, in das Team aufgenommen zu werden.

Die Webseite der FEM finden Sie unter www.fem.es