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Häufig gestellte Fragen

F. Als Arbeitgeber liegt mir viel daran, dass ein Mitarbeiter mit MS auch weiterhin als Lehrer tätig sein kann. Wir arbeiten gemeinsam daran, eine Lösung zu finden, aber könnten Sie uns vielleicht ein paar Anregungen geben, welche Veränderungen wir vornehmen müssten?
A. Wenn der Mitarbeiter und der Arbeitgeber gemeinsam daran arbeiten, spezielle Anpassungen für Mitarbeiter mit MS zu identifizieren und zu implementieren, dann lassen sich in der Regel auch effektive Lösungen finden. Der erste Schritt besteht sicher darin, herauszufinden, welche MS-Symptome die Aufgaben des Mitarbeiters beeinträchtigen und welche Aufgaben davon betroffen sind. Dort, wo die MS-Symptome Schwierigkeiten bei der Ausübung der veranschlagten Aufgaben machen, müssen entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Es ermutigt aber, dass die Arbeitgeber selbst angeben, dass die Anpassungen für Arbeiter mit MS häufig eine kostenfreie oder mit geringen Kosten verbundene Lösung darstellen. So können zum Beispiel Termine anders abgesprochen werden oder flexible Vereinbarungen getroffen werden, bei denen der Mitarbeiter die Fähigkeiten, die nicht durch die MS eingeschränkt sind, voll einsetzen kann.
Prof Phil Rumrill, Kent State University, Ohio, USA

F. Ich muss meinem Chef erzählen, dass ich MS habe, weil meine Symptome meine Arbeit beeinträchtigen. Ich habe aber Angst davor. Ich kann es mir nicht leisten, meinen Job zu verlieren, weil ich alleinerziehend bin und meine Regierung mir keinerlei Hilfe zur Verfügung stellt. Welchen Rat geben Sie mir?
A. Je nachdem, wo Sie leben, ist es wichtig, herauszufinden, ob Sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, Ihrem Arbeitgeber davon Meldung zu machen. In vielen Ländern müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nicht von Ihrer MS-Diagnose erzählen. Sie müssen lediglich angeben, dass Sie ein Mensch mit Behinderungen sind, die eine entsprechende Anpassung am Arbeitsplatz erfordern.
Falls MS keine Auswirkungen auf Ihre Arbeitskraft oder Ihre Anwesenheit am Arbeitsplatz hat und wenn es kein Gesetz in Ihrem Land gibt, das Ihnen vorschreibt, dass Sie Ihre Erkrankung offenlegen müssen, rate ich normalerweise dazu, diese Informationen nicht weiterzugeben. Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber etwas von Ihrer Erkrankung erzählen müssen, dann empfehle ich, nur so viel zu erzählen, wie erforderlich ist, damit die entsprechenden Anpassungen am Arbeitsplatz vorgenommen werden können. Sobald Sie Ihre privaten Angelegenheiten öffentlich gemacht haben, können Sie diesen Prozess nie wieder umkehren und ich rate in der Regel den Menschen davon ab, zu viele Dinge zu erzählen, die der Arbeitgeber vom Gesetz her gar nicht wissen muss.
Sie sollten allerdings auch feststellen, ob es ein Gesetz für entsprechende Anpassungen Ihres Arbeitsplatz gibt, ob es ein Personalbüro gibt, das über qualifiziertes Personal verfügt, das Sie unterstützen kann, oder ob es andere Mitarbeiter gibt, die aufgrund von Behinderungen/ Erkrankungen entsprechende Anpassungen am Arbeitsplatz vornehmen mussten. Es ist aber in jedem Fall wichtig, dass Sie sich Ihrer Rechte als Angestellter bewusst sind, bevor Sie eine gut überlegte Entscheidung darüber treffen, wann, wie und was Sie Ihrem Arbeitgeber erzählen. Ihre örtliche MS Gesellschaft kann Ihnen diesbezüglich weiterhelfen.
Prof Phil Rumrill, Kent State University, Ohio, USA

F. Die Erschöpfung wird bei der Arbeit zum echten
Problem. Mein Vorgesetzter hat mir bereits
erlaubt, meine Stunden zu reduzieren, aber an
einigen Tagen ist es immer noch sehr schwer für
mich. Gibt es entsprechende Medikamente oder
Therapien, die helfen könnten?
A. Es gibt Medikamente, die helfen können (Amantadin und Modafinil werden häufig verschrieben), aber diese sind in der Regel nicht wirksam, wenn sie ohne eine begleitende Erschöpfungs-Management-Strategie im täglichen Leben eingenommen werden. Die Strategie, die Ihnen vielleicht am besten hilft, ist, wenn Sie lernen, sich Ihre Zeit genau einzuteilen. Es ist ausgesprochen wichtig, Arbeitspausen einzulegen. Oft sitzen wir während der Arbeitspausen im Büro. Es ist dennoch ratsam, eine echte Pause vom Arbeitsplatz anzustreben. Gleichzeitig sollten Sie jeweils eine zehnminütige Pause am Morgen und am Nachmittag einplanen. Wenn dies nicht möglich ist, dann versuchen Sie, sich 10 Minuten zu entspannen, oder eine extralange Toilettenpause einzulegen.
Genauso wichtig ist es, regelmäßig zu essen. Besonders Nahrungsmittel wie langsam verdauliche Kohlenhydrate, zum Beispiel Müsli oder Cracker, sind zu empfehlen. Die Hitze am Arbeitsplatz kann Ihnen auch zu schaffen machen. Ein Ventilator oder ein Platz in der Nähe eines offenen Fensters können da Abhilfe schaffen. Ja, sogar eiskalte Getränke machen oft schon einen Unterschied aus.
Die Erschöpfung verschlimmert sich normalerweise im Laufe des Tages. Sie sollten wichtige Aktivitäten oder Meetings also auf den Morgen legen.
Nicki Ward-Abel, Fachreferent für MS, Universität von Birmingham, Großbritannien